„Aus einer spontanen Entscheidung wurde eine besondere Erfahrung“
Wie arbeitet ein Elektriker in Italien? Welche Unterschiede gibt es zur Ausbildung in Deutschland?
Und was nimmt man von drei Wochen im Ausland für die eigene Zukunft mit?
Johannes Wirth, Auszubildender zum Elektroniker für Betriebstechnik im dritten Lehrjahr, verbrachte im Rahmen eines Erasmus-Projekts drei Wochen in der Region Vicenza. Was er dort erlebt hat und warum er die Erfahrung jedem Azubi empfehlen würde, erzählt er im Interview.
Johannes, wie bist du auf das Erasmus-Projekt aufmerksam geworden?
Das kam eigentlich ziemlich spontan über einen Lehrer an der Berufsschule. Als ich davon gehört habe, fand ich die Idee sofort interessant. Ich wollte schon immer einmal nach Italien und hatte Lust zu sehen, wie dort gearbeitet wird. Also habe ich mich direkt angemeldet.
Würdest du anderen Auszubildenden empfehlen, an einem Erasmus-Projekt teilzunehmen?
Auf jeden Fall. Man lernt nicht nur fachlich viel dazu, sondern entwickelt sich auch persönlich weiter. Man lernt neue Menschen kennen, erlebt eine andere Kultur und sammelt Erfahrungen, die man im normalen Ausbildungsalltag so nicht macht. Für mich hat sich die Teilnahme auf jeden Fall gelohnt.
Wie hast du die Zeit in deinem italienischen Betrieb erlebt?
Nach einer Woche Sprachkurs ging es für mich in einen Elektrobetrieb. In den ersten Tagen habe ich die Arbeitsabläufe kennengelernt und mir wurde gezeigt, wie im Betrieb gearbeitet wird.
Anschließend durfte ich immer mehr Aufgaben übernehmen. Zum Beispiel beim Austausch von Alarm- und Sicherheitstechnik, bei Elektroinstallationen oder bei verschiedenen Arbeiten in Privathaushalten. Spannend fand ich vor allem, dass wir viel bei Kunden unterwegs waren. Das kenne ich aus meiner Ausbildung hier so nicht. Dadurch hatte man ständig mit neuen Menschen und Situationen zu tun.
Wenn du auf die drei Wochen zurückblickst: Was nimmst du für dich mit?
Vor allem die Menschen werden mir in Erinnerung bleiben. Ich wurde von den Kollegen und meiner Gastfamilie sehr herzlich aufgenommen und habe mich schnell wohlgefühlt. Gleichzeitig habe ich viel über die italienische Kultur und andere Arbeitsweisen gelernt.
Ein Beispiel dafür war die gemeinsamen Mittagspausen: Viele Kollegen sind mittags nach Hause gefahren, um mit ihrer Familie zu essen und kurz abzuschalten. Das fand ich schön, weil das gemeinsame Mittagessen dort einfach zur Kultur gehört.
Insgesamt nehme ich aus den drei Wochen vor allem mehr Selbstständigkeit sowie viele neue berufliche Eindrücke und Erfahrungen mit.
Zum Schluss noch ein Blick nach vorn: Wie geht es für dich weiter?
Bis zu meinem Ausbildungsabschluss dauert es noch etwa ein halbes Jahr. In dieser Zeit werde ich weiterhin in der Instandhaltung eingesetzt und Erfahrungen bei der Wartung von Anlagen, der Reparatur kleinerer Geräte sowie der Vorbereitung von Maschinen sammeln. Ich möchte die Zeit nutzen, um noch möglichst viel dazuzulernen und würde meinen beruflichen Weg danach gerne bei RAUMEDIC fortsetzen.
Vielen Dank für das Gespräch, Johannes!
Neben den persönlichen Eindrücken von Johannes Wirth erklärt auch Ausbildungsverantwortlicher Sven Kus, warum RAUMEDIC die Teilnahme seiner Auszubildenden an Projekten wie Erasmus gerne unterstützt.
Die Teilnahme unseres Auszubildenden am Erasmusprojekt war eine durchweg positive und bereichernde Erfahrung. Er konnte nicht nur seine fachlichen Kompetenzen erweitern, sondern auch wichtige interkulturelle Fähigkeiten entwickeln. Besonders hervorzuheben sind seine gestiegene Selbstständigkeit, Flexibilität und Offenheit gegenüber neuen Arbeitsweisen. Die im Ausland gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen bringt er gewinnbringend in unseren Betrieb ein, wovon sowohl das Team als auch die Ausbildungsqualität profitieren.