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RAUMEDIC Telemetriesystem für die ICP-Messung nominiert für den Medica Excellence Award 2011

Das Netzwerk für innovative Zuieferer in der Medizintechnik - kurz NeZUMed - präsentiert sich zum Auftaktsymposium am 14. Oktober 2011 der Öffentlichkeit.

Das Telemetriesystem von RAUMEDIC stellt einen komplett neuen Lösungsansatz zur Überprüfung des Hirndrucks bei Patienten mit Hydrocephalus-Syndrom dar. Es ist das weltweit erste kabellose ICP-Druckmesssystem mit dem erstmalig der Hirndruck auch am (im stationären Bereich) mobilen und unter stringenter medizinischer Überwachung stehenden Patienten gemessen werden kann. Auf der Datenbasis, die «aus allen Lebenslagen» gewonnen wird, kann erstmalig die Entscheidung für die Implantation eines Shuntventils getroffen werden. Zusätzlich ermöglichen die über einen längeren Zeitraum objektiv erfassten ICP-Werte die optimale Einstellung des Shuntventils innerhalb sehr kurzer Zeit.

RAUMEDIC entwickelte das Telemetriesystem in Zusammenarbeit mit namenhaften Industriepartnern und der Neurochirurgischen Universitätsklinik Homburg/Saar unter der Leitung von Prof. Steudel. Eingesetzt wurde das Telemetriesystem erstmals Mitte des Jahres 2010 in der Universitätsklinik Homburg/Saar (Prof.Steudel, Prof. Kiefer) und in der Universitätsklinik Mainz (Dr. Tschan, Prof. Wagner, Prof Oertel).

Für eine erfolgreiche und nachhaltige Hydrocephalus-Therapie ist die Kenntnis des ICP von enormer Bedeutung. Zum einen wird auf dieser Grundlage die Entscheidung getroffen, ob ein Patient ein Shuntventil benötigt. Zum anderen wird bei einem bereits bestehenden Shuntventil die Liquordrainage eingestellt, die aufgrund der Kenntnis der ICP-Werte die schnelle und richtige Einstellung des Shuntventils entscheidend unterstützt. Eine Über- oder Unterdrainage des Liquors kann zu schweren cerebralen Schädigungen führen, die damit vermieden werden. Durch die schnelle Optimierung des Shuntventils wird die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus erheblich reduziert.

Die Sensorspitze liegt mit dem Mikrochipkatheter im Parenchym des Patienten und das tellerförmige Keramikgehäuse, welches die gesamte Elektronik beinhaltet, liegt oben auf der Schädeldecke an. Der Katheter wird vollständig unter die Kopfhaut implantiert, die somit weiterhin als natürliche Infektionsbarriere wirkt. Der Patient bleibt dadurch vollkommen mobil im Rahmen der Zweckbeschreibung. Die Datenübertragung vom Katheter erfolgt mittels RFID Technologie an ein speziell entwickeltes Aufzeichnungsgerät, dem MPR 1 DATALOGGER. Der MPR 1 DATALOGGER speichert die Daten, die mittels einer USB-Verbindung an einen separaten PC / Laptop oder in das klinische Datendokumentationssystem weitergeleitet werden können. Das Hirndruckmodul ermöglicht so ein Monitoring außerhalb der Intensivstation unter normaler Belastung. Nach erfolgter Messung wird die Sonde in einem kleinen Eingriff wieder explantiert.

Diese neue Technologie ist in der Lage der entsprechenden Patientengruppe lange Krankenhausaufenthalte aber auch vielleicht unnötige Operationen bzw, Strahlenbelastungen zu ersparen.
Gleichzeitig erhält der behandelnde Arzt durch die Mobilität des Patienten reale Werte über verschiedene Belastungssituationen und kann so die Therapie optimal anpassen.