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Raumedic treibt Entwicklung von PVC-freien Kunststofflösungen voran

Helmbrechts – Medizintechnikhersteller Raumedic widmet sich verstärkt PVC-freien Kunststofflösungen. Aus alternativen Materialien ohne Weichmacher hat das Unternehmen eine Reihe von Komponenten entwickelt, die beispielsweise im Bereich der Transfusion, für Pumpanwendungen oder in Schwerkraft-Sets für die parenterale Infusion eingesetzt werden können. 

„Der Markt fragt immer häufiger nach weichmacherfreien PVC-Alternativen, die aber PVC-ähnliche Eigenschaften besitzen“, schildert Dr. Ralf Ziembinski, Leiter des Raumedic-Geschäftsbereich Tubing, seine Beobachtungen. Für medizinische und pharmazeutische Schläuche könne der Hersteller zum Beispiel Polypropylen und Polyurethan anbieten. Beide Materialien seien gut medikamentenverträglich, wobei jeder Einzelfall vor der Produktentwicklung gesondert betrachtet werden müsse. „Als Kunststoffspezialist beraten wir natürlich ausführlich bei der Materialauswahl“, erklärt der Chemiker. 

Wird eine preisgünstigere Alternative zu Soft-PP und PUR gesucht, so könne die Coextrusion eine Lösung darstellen, wie Ziembinski verrät. So stünde bei Raumedic zum Beispiel ein neu entwickelter Zweischichtschlauch aus EVA und Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) als PVC-Ersatz zur Wahl. Die Werkstoffkombination sei zwar etwa um ein Viertel teurer als PVC, bietet aus Sicht von Medizinprodukteherstellern aber einen entscheidenden Pluspunkt: „Die äußere Schlauchschicht aus SBR lässt sich gut verkleben, was für die Weiterverarbeitung eine große Rolle spielt“, sagt Ziembinski. 

Weitere Informationen zum Thema liefert ein Experteninterview mit Dr. Ralf Ziembinski. 

Nicht nur medizinische Schläuche sondern komplette Systeme können vollständig aus PVC-freien Materialien gefertigt werden, wie dieses Infusionsset von Raumedic zeigt.