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10. Ingenieurkolloquium: Technische Spitzenleistungen treffen auf deutsch-deutsche Geschichte

Hof/Helmbrechts – Der Abend des 13. November stand an der Hochschule Hof ganz im Zeichen technischer Spitzenleistungen. Gemeinsam mit Raumedic, Sponsor des Ingenieurkolloquiums, verlieh die Hochschule zum zehnten Mal den Preis für die beste Abschlussarbeit der Fakultät Ingenieurwissenschaften. 

Preisträger der besten Masterarbeiten

Den ersten Platz belegte Johannes Vetter aus Ebnath. In seiner Masterarbeit hatte er untersucht, wie Keramik mit Hilfe spezieller Fasern bruchsicherer gemacht werden kann. Die Leistung des Oberpfälzers honorierte die Jury mit 1.000 Euro Preisgeld. Den zweiten Platz teilten sich die Masteranden Florian Sack und Lukas Wagner. Ihre ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten wurden mit jeweils 100 Euro prämiert. 


Ballonfahrt in die Freiheit

Dass technisches Verständnis auch im privaten Umfeld wichtig sein kann, unterstrich Gastredner Günter Wetzel. Vor 40 Jahren war er mit einem selbstgebauten Heißluftballon aus der ehemaligen DDR nach Westdeutschland geflohen. Zwei Ballonfluchtversuche des heute 64-Jährigen waren zuvor bereits fehlgeschlagen. 

Am 16. September 1979 wagte es Günter Wetzel ein drittes Mal. „Schon nach 28 Minuten Ballonfahrt mussten wir uns auf die Landung vorbereiten, weil uns das Gas ausging. Dabei wussten wir nicht genau, ob schon Bundesgebiet unter uns lag.“ Wetzel, der die außergewöhnliche Reise mit seiner eigenen und einer befreundeten Familie angetreten hatte, hatte Glück. Alle acht Insassen landeten gegen 3 Uhr morgens in der Nähe von Naila bei Hof. 


Zeitzeuge deutsch-deutscher Geschichte 

Wetzel wäre gern Physiker geworden, die DDR ließ ihn nicht. Später, nach der Flucht, wurde er Fluglehrer. Heute ist der gebürtige Thüringer ein vielgefragter Zeitzeuge, der seine Erfahrungen gern mit jüngeren Generationen teilt. Auf dem Ingenieurkolloquium ist ihm das gelungen, wie Thomas Knechtel, Mitglied im Raumedic-Vorstand, sagt: „40 Jahre ist die Ballonflucht, 30 Jahre die deutsche Wiedervereinigung her. Da war das 10. Ingenieurkolloquium doch der ideale Anlass, um ein bemerkenswertes Stück deutsch-deutscher Geschichte noch einmal aufleben zu lassen.“


Über das Ingenieurkolloquium

Seit März 2015 zeichnet die Hochschule Hof in Zusammenarbeit mit Sponsor Raumedic zweimal jährlich im Wechsel die besten Bachelor- und Masterarbeiten der Fakultät Ingenieurwissenschaften aus. Der erste Preisträger kann sich über eine Trophäe und 1.000 Euro freuen, die Zweit- und Drittplatzierten erhalten jeweils 100 Euro Preisgeld. 

Für die Bewertung der Abschlussarbeiten spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Die Einschätzung durch den betreuenden Professor, die Relevanz der Arbeit für Wissenschaft und industrielle Praxis und – wenn auch zu einem geringen Prozentsatz – die Studiengesamtnote. 

Die Idee zum Ingenieurkolloquium stammt von Professor Dr. Michael Nase, Inhaber der Professur für Kunststofftechnologie. Über die Veranstaltung möchte er Studierende, Vertreter der Wirtschaft und Hochschulangehörige regelmäßig miteinander ins Gespräch bringen. Raumedic präsentiert sich in diesem Rahmen als potenzieller Arbeitgeber, der angehenden Akademikern vielfältige Einsatzmöglichkeiten im In- und Ausland bietet. Beim Partner der internationalen Medizintechnik- und Pharmaindustrie sind mehr als 50 Absolventen der Hochschule Hof beschäftigt.

Johannes Vetter (vorne Mitte) wurde am 13. November für seine Masterarbeit mit dem Raumedic-Preis ausgezeichnet. Lukas Wagner (2. von links) und Florian Sack (2. von rechts) landeten auf dem zweiten Platz. Zu den Gratulanten gehörten die Professoren Marek Gorywoda (links) und Ina Löbus (3. von links), Gastredner Günter Wetzel (rechts), Raumedic-Vorstandsmitglied Thomas Knechtel (hinten links), Veranstaltungsinitiator Michael Nase (hinten rechts) sowie Stefan Knaus-Bierbaum, Personalmanager bei Raumedic.

Günter Wetzel, der vor 40 Jahren in einem Heißluftballon aus der DDR geflohen war, berichtete auf dem zehnten Ingenieurkolloquium über die technischen Herausforderungen seiner Ballonfahrt.

Das Büfett lockte in diesem Jahr mit kulinarischen Köstlichkeiten aus Ost- und Westdeutschland.